Restauration Fleischmann 120/4 von vor 1950

    • Restauration Fleischmann 120/4 von vor 1950

      Liebe Dampf-Freunde - mit einem Wink von Hink - möchte ich eine Restauration einer Dampfmaschine 120/4 von vor 1950 vorstellen.
      Als Ersatzteilspender für eine kleine 120/4 bekam ich von einem Freund eine Dampfmaschine geschenkt.
      Die gesamte Maschine war in einem schlechten Zustand und ich wollte sie eigentlich auseinandernehmen.
      Da es aber ein altes Modell von vor 1950 war, habe ich mich dann doch zur Restauration entschieden.
      Was hatte ich erhalten (Bild 1 + 2):
      - Eine stark verrostete Dampfmaschine im sehr schlechten Zustand
      - Verbranntes Kesselhaus aber Innen noch mit Wärmeleitblechen
      - Kessel oxidiert, mit Auslötungen an Boden und Armaturen, Entzinkung im Schauglasbereich
      - Aggregatsockel im schlechten Zustand, ein Lagerbock ab, Zylinderspiegel lose aber mit Guss-Zylinder
      - Schwungrad in Braun mit Zinkpest
      - der Schornstein von Wilesco ist nicht original
      - Grundplatte sehr verbrannt - die Farbe blätterte nur so ab

      Was habe ich gemacht:
      - Die gesamte Maschine wurde auseinandergenommen.
      - Die Grundplatte mittels Sandstrahlen von der losen Farbe befreit, danach mit Hochtemperaturlack grundiert. Auf der Oberseite Weinrot lackiert und mit der gerauchten Marmorierung versehen. Danach nochmals mit transparentem Hochtemparaturlack lackiert und eingebrant. Die Silberfolie im Brennraum habe ich mit Absicht aufgeklebt, da es mir beim Betrieb mit scheinbar feuchten Brennstofftabletten schoneinmal den Ganzen Lack einer Bodenplatte in Brand gesetzt hatte.
      - Mit dem Kesslhaus wurde ähnlich verfahren, Innen von seiner Verkohlung befreit, Außen die Farbe abgeschliffen, danach mit Hochtemperaturlack Schwarz lackiert, bei 160°C eingebrannt und nachpoliert.
      - Beim Kessel wurde der vordere Boden abgelötet, alles in einer Essig-Salzlösung gekocht (die Entzinkung hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet), Innen die losen Gewindestücke für Dampfpfeife, Sicherheitsventil und die Gewinde für die Schauglasaufnahme (M 2,5mm) neu eingelötet. Danach den Kesselboden wieder montiert, alles poliert und den Kessel mit Armaturen bestückt. Zum Schluss den mit Wasser gefüllten Kessel mit ca. 3,5bar abgedrückt - man weiß ja nie, wer mal damit spielt.
      Vom Antriebsaggregat verwendete ich nur den neu geschliffenen und lackierten Guss-Zylinder mit Schraube, Rändelmutter und Andruckfeder. Den Kolben musste ich noch auf der Drehbank eine Nut mit Teflonring verpassen, weil dieser zwar mit Pressluft aber nicht mit Dampf zu bewegen war.
      - Die Aggregatgrundplatte tauschte ich gegen eine gleichen Baujahres aus, reinigte diese und lackierte sie nur als Korrosionsschutz mit transparenten Lack. Die Reling-Geländerstützen sind hier noch aufgenietet.
      - Ein gut erhaltenes Schwungrad wurde mit Abbeizer entlackt und neu im originalen Braun lackiert. Danach alles wieder komplettiert.
      Die Fehlteile wie Schornstein und GFN-Brenner hatte ich noch zu liegen - die Schauglasabdeckung besorgte ich mir im Internet.
      So wird aus einem Kurzbericht `ne Lange Rede ;-)) LG Frank
      ...das m8 nx, wenn d1 weg is, m1 is a 4 d Katz.

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