stehende Zweizylinder-Dampfmaschine Apollo von Regner

    • stehende Zweizylinder-Dampfmaschine Apollo von Regner

      Hallo,
      seit Mitte des vergangenen Jahres habe ich einen Bausatz der neuen Apollo von Regner, die ich inzwischen (zusammen-)baue. Erfahrungen mit Echtdampf habe ich in Form von zwei Livesteam-Lokomotiven. Eine davon auch von Regner. Hier die Fotos vom Hersteller:







      Nach der Probemontage sah die Maschine um Weihnachten bei mir so aus:



      Über den weiteren Baufortschritt möchte ich ab und zu hier schreiben. Viele Grüße, Martin.
    • Hallo,
      nachdem alle wichtigen Teile ihren Platz gefunden hatten, ich wußte, dass keins fehlt und die Sache grundsätzlich funktioniert, habe ich alles wieder auseinandergebaut und die Teile lackiert. Für die Teile, die heiß werden, habe ich Bremssattel-Lack verwendet. Das hat sich sehr gut bewährt. Anschließend habe ich die Maschine schrittweise wieder zusammengebaut. Mit besonderem Augenmerk auf Leichtgängigkeit. Das regner-typische "Passen und Fügen". Aber es musste nicht viel angepasst werden, ein wenig Schleifpapier hat gereicht. Hier die Bilder.











      Viele Grüße, Martin.
    • Hallo,
      nachdem ich die Maschine soweit wieder zusammengebaut hatte (beim zweiten Mal geht es immer schneller), konnte ich einen ersten Test mit Druckluft machen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich nur eine Luftpumpe zur Hand.





      Wer die Bilder mit den Herstellerfotos vergleicht stellt fest, dass die Maschine anders gebaut wurde (auch, wie in der Bedienungsanleitung vorgesehen). Zu- und Abdampfseite wurden getauscht. Das war ohne Probleme möglich. Ich wollte das Handrad für die Umsteuerung und die Ventile für die Zylinderentwässerung auf einer (Bediener-)Seite haben.

      Dazu gibt es auch ein kleines Video. Herzliche Grüße, Martin.
    • Hallo Martin,

      eine schöne kompakte Zweizylindermaschine hast Du Dir da gebaut.
      Mit Deinem Link zum Video bin ich dann auch auf das aktuelle Video Deiner "Apollo" unter Dampf gestoßen.
      Interessante Bewegungsabläufe.
      Was willst Du mit dieser Maschine einmal antreiben?
      Oder soll es ein Vitrinenmodell werden?
      Ich habe mir auch Deine anderen Videos angesehen. Alles sehr schöne Aufnahmen.

      Beste Grüße
      Harald
      Du kannst nur das nicht, was Du nicht versucht hast.
    • Hallo,
      vielen Dank für das Interesse. Wenn man etwas baut, geht auch mal was daneben. Ein Highlight bei der Apollo war das hier:



      Ich hätte es auch als Rätsel einstellen können: was ist das? Das passiert, wenn man für die Schwärzung der Messingschrauben das falsche (Metall-)gefäß nimmt. Ich habe die Schrauben für die beiden Zylinderdeckel brüniert ;-). Aus irgendeinem unerfindlichen Grund habe ich noch einen Teller druntergestellt, sonst hätte ich die Soße auf dem Esstisch gehabt. Die Schrauben sind schön schwarz geworden, den Rest habe ich entsorgt :-).

      Die Holzbasis der Maschine hatte ich zunächst aus mehreren Teilen geklebt. Das hat (natürlich) nur so lange gehalten, bis zum ersten Betrieb unter Dampf, der nun mal mit Wasser verbunden ist. Daraufhin hat sich das Ganze wieder in seine Einzelteile aufgelöst. Im Ergebnis habe ich mir dann dieses schöne Stück besorgt:



      Gibt es in der Bucht unter Drechselholz. Mit mm-Maßangaben. Wenn man lange genug sucht, findet man das passende Stück. Das hier ist glaube ich massiv Birne.

      Demnächst geht es wieder mit der Maschine weiter.

      @Harald: Vielen Dank. Deine Werke habe ich hier auch schon bewundert. Vor allem den Motor und die ODA. Antreiben will ich mit der Maschine nichts. Dazu ist auch der Kessel (viel) zu klein. Sie soll aber unter Dampf laufen, was sie in der Konfiguration auch ca. 20 min tut, was mir reicht. Leider heult der Kessel immer noch. Nicht mehr so wie zu Beginn, aber das werde ich wohl nicht mehr hinbekommen. Die Testläufe habe ich ja mit Luft gemacht. Jetzt läuft die Maschine (gut) mit Dampf, aber nicht mehr mit Druckluft. Für mich ist das nicht tragisch. Kennt jemand von Euch das Phänomen? Ach ja: die Maschine hat Teflon-Kolben.
      Vielleicht kennst Du den youtube-Kanal des old steam powered machine shop. Da schaue ich stundenlang zu.

      Viele Grüße, Martin.

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    • Hallo Martin,
      ... Kennt jemand von Euch das Phänomen? Ach ja: die Maschine hat Teflon-Kolben.
      ja, das ist sogar normal und in den Eigenschaften des Werkstoffes begründet. Ich habe Dir mal zwei entsprechende Links eingefügt:
      - TEFLON-Eigenschaften und Verwendung 1,
      - TEFLON-Eigenschaften und Verwendung 2

      Du solltest wegen der geringen Verschleißfestigkeit des Werkstoffs aber immer schmieren (Wasser reicht), wegen der Messing-Muschelschieber sollte es aber sinnvollerweise Zylinderöl sein. Außerdem musst Du entscheiden, ob Du zukünftig ausschließlich Dampf "dran lassen" möchtest.


      Um ehrlich zu sein, ich halte von TEFLON-Kolben nichts, aber die Entscheidung dafür liegt eben beim Hersteller und ist zu einem großen Teil auch ökonomischen Zwängen unterworfen.


      Grüße Dietrich
      Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen
    • Hallo Dietrich,
      vielen Dank für die Antwort und die Links. So weiß ich wenigstens, dass nichts "kaputt" ist. Richtig verstehen tue ich das aber noch nicht. Hängt es mit den Eigenschaften unter Wärme zusammen? Was muss ich denn tun, wenn die Maschine mal wieder unter Druckluft laufen soll (was ich nicht vorhabe)?

      Vor dem ersten Lauf unter Dampf habe ich die Maschine mit Druckluft auf beide Zylinder laufen lassen. Wer das kennt weiß, dass das ein Unterschied wie Tag und Nacht ist, wenn die Maschine auf einmal keine Todpunkte mehr hat, im Vergleich zu einem Zylinder. Beeindruckend, die Alten haben sich schon was dabei gedacht. Die Luft gelangt zur Maschine schon durch den vorgesehenen Kessel mit allen Armaturen. Das kann man im Video besser sehen als auf den Bildern. Die Luft stammt aus dem Kompressor des Inhalators. Zum Glück war gerade keiner erkältet ... Herzliche Grüße, Martin.



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    • Hallo Martin,
      ... Was muss ich denn tun, wenn die Maschine mal wieder unter Druckluft laufen soll (was ich nicht vorhabe)?
      "ordentliche" Kolben mit "Kolbenringen" aus NBR oder "rotem" Silikon einbauen. Dann musst Du aber in jedem Fall die Druckluft ölen, weil die Ringe sonst ganz schnell verschleißen.

      Grüße Dietrich
      Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen
    • Hallo Martin,

      wenn du wieder mit Luft arbeite willst, dann Teflon mit passendem Durchmesser (etwas größer als das Endmaß des Kolbenrings) auf ca. 130° erhitzen, dann zieht es sich in der Länge zusammen und der Durchmesser vergrößert sich. Dann neue Ringe drehen. Sie sollten dann sowohl für Dampf als auch für Luft passen.

      Gruß, Josef
    • Moin Josef,
      ... NBR ist bei Dampf gar nicht gut,
      nur gut, dass das die Ringe in meiner komplett umgebauten REGNER-Neptun und den anderen Winzlingen nicht wissen, sie kämen sonst möglicherweise auf "dumme Gedanken" ;) ;) ;) .
      Wenn ich den Verdacht habe, dass sie verschlissen (mechanisch, Elastizität) sind, wechsle ich sie einfach aus, was angesichts des Umstandes, dass es Normteile und "Pfennigartikel" sind keinen wirklichen Aufwand verursacht.

      Zu möglichen "Bedenken wegen der Einsatztemperatur" aufgrund von Datenblättern für die Industrie zu NBR sollte man sich klar machen, welche Einsatzdauern pro Jahr dort angenommen und welche im Hobbybereich tatsächlich erreicht werden.

      Grüße Dietrich
      Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dampfspieler ()

    • Hallo,
      wie schon geschrieben, ist die Maschine inzwischen auch mit Dampf gelaufen. Auch davon gibt es ein kleines Video. Der Kessel ist ein Ersatzkessel der einzigen Echtdampflok, die Wilesco mal hergestellt hat (Lukas). Bis auf das Manometer mit Wilesco-Armaturen versehen. Für einige davon war die Anfertigung von Adaptern Innen- / Außengewinde erforderlich. Mit dem Kessel und dem Gastank läuft die Maschine ohne Nachspeisen gut 20 Minuten. Den Abdampf eines Zylinders werde ich für die Erwärmung des Gastanks nutzen, indem ein Schlauch in einer doppelten Schleife den Tank umschließt. Der Tank wird sonst ziemlich kalt und neigt zur Vereisung. Viele Grüße, Martin.

    • Hallo,
      ich möchte noch kurz zeigen, wie es derzeit aussieht. Man kann schon in Ansätzen erkennen, wie es mal werden soll. Die Maschine steht jetzt auf dem neuen Holzsockel und auf dem Holzbrett, auf dem die ganze Anlage Platz findet. Es fehlt noch so einiges: Die Ersetzung der provisorischen Anschlüsse durch Kupferrohr, der Schornstein mit dem Abdampf und dem Kondensat-Auffangbehälter, die Ummauerung des Kessels und der Fußboden mit Ziegelsteinen, der Behälter für den Gastank, ... Soweit zunächst. Viele Grüße, Martin.



    • Hallo,
      die Maschine ist inzwischen ein paar weitere Male gelaufen. Mit der Maschine war und bin ich sehr zufrieden, mit dem Kessel nicht. Neben der zu geringen Größe hat das Heulen des Brenners gestört. Ich habe mich für einen neuen Kessel von Ralph Reppingen (reppingen.de) entschieden. Ich habe ihn als Ersatzkessel seiner Echtdampflokomotiven bestellt, was wohl z. T. auch den wirklich attraktiven Preis ausmacht. Dafür kann man es fast nicht mehr selber machen, davon abgesehen, dass ich keinen Maschinenpark besitze. Trotzdem wurden die Anpassungen an einen stationären Kessel berücksichtigt, mit folgenden Vorgaben (Kessel ohne Armaturen):
      • Durchmesser 55 mm
      • Länge ca. 200 mm
      • Lötringe alle mit Innengewinde M6 x 0,75 (da passen die meisten Wilesco-Armaturen, für andere hatte ich noch passende Adapter)
      • der Dampfsammler ist rechteckig, wie bei den Lokkesseln, mit Anschlüssen auch seitlich
      • passender Ring in der Rauchkammer, um die Esse wieder einstecken zu können
      • einfache Rauchkammertür
      • Flammrohrbrenner
      • Stütze unter der Rauchkammer, damit der Kessel auch alleine steht.
      Die Stütze hat eine geniale Funktion. Diese ist mit einer Senkbohrung und (Ab-)Dampfzuleitung versehen. Damit lässt sich der Abdampf nach dem Kondensator über die Rauchkammer und die Esse des Kessels ableiten. Ich bin mal gespannt, wie das aussieht. Der Kessel wurde einbrennlackiert geliefert. Bilder stelle ich noch ein. Als nächstes stehen die Komplettierung mit den Armaturen und ein erster Testlauf an. Viele Grüße, Martin.
    • Hallo,
      inzwischen ist es wieder ein Stück weitergegangen. Ich habe die Kesselummauerung und den Fußboden auf der Bodenplatte fixiert, so dass jetzt die endgültigen Standorte für den Kessel und die Maschine festliegen. Damit kann ich jetzt mit der Herstellung und Anbringung der festen Leitungen für den Dampf beginnen. Ich möchte ausprobieren, ob das Herstellen der Verbindungen auch mit Heißkleber funktioniert. Der soll bis 180 °C seine Festigkeit behalten, das sollte ja in jedem Fall ausreichen. Ist ja kein Heißdampf, und die Maschine läuft mit ca. 0,5 bar. Ich schreibe dann, was daraus geworden ist. Hier die aktuellen Bilder von der Anlage. Viele Grüße, Martin.