Kesselspeisewasser - eine Empfehlung

    • Kesselspeisewasser - eine Empfehlung

      Moin,

      bei der Wasserversorgung für Modell-Dampfkessel, gleichgültig welcher Größe, scheiden sich die Geister. Ich möchte nun auch ein wenig zu "der Verwirrung" beitragen und eine Empfehlung aussprechen - für BRITA-Wasserfilter. In der wechselbaren Filterkartusche werden Kalk und Schwermetalle sowie Chlor und andere Spurenelemente zurück gehalten. Versprochen werden deutlich wohlschmeckendere Getränke (Tee, Kaffee u.a.).

      Ich habe mir ein solches Filtersystem für 1 l aufbereitetes Wasser zugelegt, weil ich es leid war, den Wasserkocher und die Kaffeemaschine andauernd entkalken zu müssen.




      Auf dem Deckel befindet sich eine "Verbrauchsanzeige" für die eingesetzte Filterkartusche. Die hat eine durchschnittliche Reichweite von 100 l Leitungswasser.




      Hier die Bilder von einem jeweis 14-tägigen Gebrauch des Wasserkochers mit Leitungswasser und mit dem BRITA-Filterwasser. Ich denke die Bilder sprechen für sich.






      Weil nun auch deutlich weniger "Materialeinsatz" für ein "wohlschmeckendes Heißgetränk" erforderlich ist , freut sich auch der Budgetverwalter und die kleine Menge "Spielzeugwasser" fällt kaum ins Gewicht. Ich habe mir einen alten 5 l-Kanister als "Restwassersammler" eingerichtet und so immer ausreichend Nachschub an gutem Kesselspeisewasser.

      Grüße Dietrich
    • Moin Jürgen,
      Hilft das "Brita-gefilterte" Wasser auch gegen das Problem der Entzinkung bei einem Messingkessel?
      der BRITA-Filter entfernt nur den Kalk aus dem Wasser. Da dessen Vorhandensein aber die Entzinkung begünstigt, ist davon auszugehen, dass "entkalktes" (BRITA-gefiltertes) Wasser auch der Entzinkung vorbeugt.

      Hier noch etwas zum Nachlesen.

      Um es genau sagen zu können, fehlt mir die Zeit, die genaue Messanordnung und vor allem der Nerv, mich mit dem "Gespenst", das immer mal wieder gerne "aus dem Keller geholt wird", zu beschäftigen. Ich pflege meine Kessel und widme ihnen die nötige Aufmerksamkeit und da sehe ich, ob und wie sich etwas tut. Vor allem wird vor absehbar längeren Betriebspausen das Wasser komplett abgelassen, wo möglich auch der Kessel getrocknet.

      Grüße Dietrich
    • Brennwertheizung

      Hallo,

      bei Brennwertheizungen darf ab einer bestimmten Größe das Kondensat nicht mehr ins Abwasser geleitet werden. Soviel zur Qualität.

      Das Kondensat vom Trockner enthält feine Fäden. Diese kann man mit einem großen Kaffeefilter entfernen. Ich verwende das gefilterte Wasser für's Dampfbügeleisen und für den Dampfreiniger. Für meine Dampfmaschinen gibt's nur destilliertes Wasser. 5l kosten im Baumarkt i.d.R. 1,99 € im Angebot auch schonmal 1,49.

      Das Restwasser aus den DM's sammle ich, filtere es, und verwende es wieder. Ich mache den Kessel unmittelbar nach Gebrauch drucklos und entferne das Sicherheitsventil. Sonst kann es passieren, dass der im Kessel entstehende Unterdruck Zylinderöl/öliges Wasser ansaugt.

      Gruß Linnea

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Linnea ()

    • Verehrte Dampfer!
      Fragt Euch in der Umgebung um, ob jemand einen Luft-Entfeuchter in Betrieb hat. Mancher Keller braucht das. Das dabei entstehende Kondensat entspricht 1:1 aqua destillata. Da die Luft auch durch einen Staubfilter geht, gibt es keinen Staub im Wasser.
      Unser Keller ist zwar pefekt, aber im Sommer lasse ich zeitweise einen kleineren Entfeuchter laufen. Von wegen Drehbank, Fräse, Werkzeuge etc. Wir nutzen das Kondensat auch für das Dampfbügeleisen.
      Wer wie wir in einer Gegend lebt, in der die Geologie rein kristallin ist, könnte sogar das Leitungswasser verwenden. Z. B Schwarzwald, Oberpfalz, Harz. Bei uns (Deutschlandsberg, süd-west-Steiermark) wird das Wasser, carbonatfrei, sogar über ein Marmorbett geleitet, um die alten Wasserleitungsrohre zu erhalten. Im Wasserkocher bleibt dennoch kein Niederschlag.
      Viel-Dampfer sparen so sicher etliche Levonzen.
      Es grüßt
      Ulrich
      Ich hab`s gewagt mit Sinnen und trage des kein Reu`- Ulrich von Hutten 1520

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Ulrich () aus folgendem Grund: Ergänzungen

    • Ich habe hier zu Hause einen Osmosefilter für mein Trinkwasser, der filtert bis zu 99,9% alles aus dem Wasser raus. Mineralfrei, Chemiefrei, Medizienfrei, Bakterienfrei einfach nur H2O als Resultat. Das Wasser schmeckt und ist denke ich dem echt destillierten Wasser ebenbürtig. Allerdings filter ich 1L in einer Minute.

      Gruß Bernhard
      Wer immer nur auf andere hört, wird nie Dinge tun können, die andere für unmöglich halten.
    • Heißdampf schrieb:

      Hat jemand Erfahrung mit Kondenswasser von der Gas Brennwertheizung?:)
      Ich weiß, dass das Gas und wahrscheinlich auch das Kondensat leicht schwefelhaltig sein müsste
      Wenn Du Löcher im Kessel haben willst ohne zu Bohren ist das Kondensat aus der Brennwertheizung die erste Wahl,
      dauert bei Messing auch nicht lange :D
      Das Zeug ist nicht nur schwefelhaltig sondern verdünnte Schwefelsäure :evil:
    • Hallo liebe Dampfer,
      ich muss hier auch noch meinen Senf als Gas-Wasser-Sche... -Installateur dazugeben.
      Also - Leitungswasser ist nicht gleich Leitungswasser. In den verschiedenen Regionen hat das Wasser unterschiedliche PH-Werte. Bei uns ist es so, dass das Wasserwerk das Wasser mit Zugabe von Kalk chemisch aufhärtet, um den PH-Wert zu erhöhen, damit das Leitungswasser die Kupferleitungen in der Sanitärinstallation nicht zerstört. In anderen Regionen kämpfen die Menschen mit zu Kalkhaltigen Wasser und müssen es enthärten.
      Prinzipiell ist es so, dass kalkhaltiges Wasser nicht schädlich für Messing ist - die Ablagerung durch Kesselstein, der bei ca. 80°C entsteht schon. Der kann sogar Spannungsrisse hervorrufen, die Schaugläser blind machen und die Dampf-Leitungen zusetzen.
      Die Entzinkung von Messing hat aber nichts mit dem verwendeten Wasser zu tun - sie ist ein Problem der Legierung - Messing ist eine Kupferlegierung mit bis zu 40 % Zink, und diese zersetzt dann in sich den (Messing-) Kessel.
      Auch Potentialunterschiede, die bei Modelldampfmaschinen wie z.B. durch das Rechaud aus Stahlblech oder vernickelte Kesselbänder diedurch Kontakt und Zugabe von Feuchtigkeit entstehen, kann zur Entzinkung führen. Dies ist bei ungünstiger Legierung ein innerer galvanischer und bei Kontakt mit anderen Metallen (vor allem in der Spannungsreihe entfernten Metallen) ein äußerer galvanischer Prozess.
      Ich hatte eine Fleischmann, bei der war unter den vernickelten Kesselbändern Lochfraß zu sehen. Deshalb sind die blanken Messing-Kessel meist zusätzlich am Kesselhaus verlötet - bei den vernickelten Kesseln von Wilesco habe ich das noch nicht erlebt. Aber bei meiner D21 mit Messingkessel berührte die Geländerreling hinten den Kesselboden und dieser war an dieser Stelle schon leicht korrodiert.
      Ich für mich (sicher auch regional bedingt) habe den Kompromiss gefunden - ich verwende destilliertes Wasser und mische etwas Leitungswasser bei, damit der PH-Wert etwas angehoben wird.
      Bitte berichtigt mich, wenn ich da falsch liege - auch ich bin Lernfähig.
      LG Frank
      ...das m8 nx, wenn d1 weg is, m1 is a 4 d Katz.

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